Rechtsextreme Ideologien und menschenfeindliche Einstellungen zeigen sich zunehmend auch im Kontext schulischer und außerschulischer Jugendarbeit. Wer mit Jugendlichen arbeitet ist gefordert, sich demokratisch zu positionieren, Schüler*innen zu schützen und auf rechtsextreme Haltungen und Aussagen zu reagieren. Die Qualifizierungsreihe richtet sich an außerschulische pädagogische Fachkräfte und Leiter*innen von Jugendgruppen, die Handlungssicherheit im Umgang mit rechtsextremen Einstellungen und Äußerungen erlangen wollen. Der methodische Schwerpunkt liegt auf bewegungs- und erlebnisorientierten Ansätzen, insbesondere aus dem Bereich der Theater-, Sport- und Erlebnispädagogik.
Im Rahmen der drei Wochenendmodule, die durch Fachkräfte aus der Ausstiegs-, Präventions- und Interventionsarbeit gestaltet werden, vermittelt die Qualifizierung Gesprächsstrategien und Methodenwissen in den sog. T:OOLBOX-Einheiten. Teilnehmer*innen erproben, wie sie mit Methoden aus der Theater-, Sport- und Erlebnispädagogik das Thema Rechtsextremismus präventiv behandeln oder bei Vorfällen gezielt intervenieren können.
Gerade in diesem herausfordernden und emotional aufgeladenen Themenfeld reichen rein kognitive Zugänge oft nicht aus, um Haltung, Sicherheit und Handlungskompetenz nachhaltig zu entwickeln. Durch erlebnisbasierte Impulse werden Wahrnehmung, Emotion und Handlung miteinander verknüpft, sodass Selbstwirksamkeit, Resilienz und Standfestigkeit konkret erfahrbar werden.
Zielgruppe:Die Qualifizierung richtet sich an schulische und außerschulische Fachkräfte, die mit Jugendlichen und jungen Menschen arbeiten. Insbesondere solche, die in den Bereichen Theater-, Sport- und Erlebnispädagogik aktiv sind machen. Es wird Vorerfahrung in der pädagogischen Arbeit mit Jugendgruppen und Vorwissen im Bereich (Anti-) Diskriminierung vorausgesetzt.
Ziele:
· Sensibilisierung für rechtsextreme Ideologiemuster und Einstellungsformen, Erkennen von Radikalisierungsprozessen
· Stärkung der professionellen Haltung und Handlungskompetenz für die Prävention und Intervention
· Förderung demokratischer Bildungsräume und Angebote
· Stärkung der Methodenkompetenz in den Bereichen Theater-, Sport- und Erlebnispädagogik (Somatische Ansätze)
· Handlungskompetenz zum Schutz vulnerabler Jugendlicher
Aufbau der Qualifizierung
Modul I: Plötzlich rechts?! Der Phänomenbereich des RechtsextremismusWie erkenne ich rechtsextreme Jugendkulturen, Codes auf dem Schulhof und Narrative auf Social Media? Wie und warum wenden sich Jugendliche der rechtsextremen Szene hin – und wie kommen sie wieder raus?
Datum: 12.-14. Juni 2026 | Ort:
Hannover
Modul II: Rechte Raumnahme in Klassenzimmer & PopkulturWie können rechtsextrem orientierte Jugendliche in Bildungsangeboten angesprochen und mit menschenfeindlichen Äußerungen umgegangen werden?
Datum: 18.-20. September 2026 | Ort:
Wendland
Individuelle PraxisphaseZeitraum: September – Dezember 2026
Anwendung der Inhalte aus Modul I & II in der eigenen pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen (schulisch, außerschulisch) zur Erprobung und Reflexion.
Die Ergebnisse werden in Modul III der Qualifizierung geteilt und diskutiert.
Modul III: Vom Fall zur Haltung: Fallberatung, Handlungsstrategien & Resilienz im Umgang mit RechtsextremismusIn diesem Modul werden die Praxiserfahrungen aus den Workshops geteilt und im Rahmen von kollegialer Fallberatung reflektiert.
Datum: 11.-13. Dezember 2026 | Ort:
Hannover Orte: Die Tagungsorte werden den Teilnehmer*innen nach Anmeldung bekannt gegeben. Die Unterbringung während der Module I und II erfolgt in Mehrbettzimmern. Einzelzimmer sind in begrenztem Umfang gegen Aufpreis verfügbar. Modul III findet in Hannover statt, hier muss die Unterkunft selbst organisiert werden.
Referent*innen: Praktiker*innen aus der Bildungsarbeit leiten durch die drei Module der Qualifizierung. Begleitet und beraten werden Sie während der gesamten Qualifizierung
Kosten: Die Qualifizierungsreihe ist kostenlos. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung während der Module I und II werden durch das Projekt getragen.
Teilnehmer*innen verpflichten sich, einen Workshop in ihrer schulischen oder außerschulischen Bildungsarbeit zwischen Modul II und III anzubieten.
Umfang der Module: Die Module beginnen am Freitagnachmittag um 16 Uhr und enden am Sonntagmittag um 13 Uhr mit dem gemeinsamen Mittagessen. Bitte halten Sie sich die gesamte Kurszeit frei.
Zertifikat: Am Ende der Qualifizierungsreihe erhalten Sie als Teilnehmer*in ein Zertifikat. Voraussetzung hierfür ist die Durchführung und Reflexion eines Workshops zur Anwendung der Qualifizierungsinhalte und -Methoden auf Ihre Kontexte, inkl. der Weitergabe der Ergebnisse an die Projektleitung beim VNB e.V.
Kinderbetreuung: Für die Module bieten wir eine kostenfreie Kinderbetreuung an. Bei Bedarf schreiben Sie uns bis zum 30.04.2026 eine Mail an
trex@vnb.deInformationen und Beratung:
trex@vnb.de
Anmeldeschluss: 30.04.2026